Die erste SÜGIDA in Suhl, meine Erfahrungen

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Vorabinfo: Die Sügida ist ein Ableger der Pegida und heisst: Südthüringen Gegen Die Islamisierung Des Abendlandes.
Sie hat das gleiche Programm und die gleichen Ziele, wie die Pegida. Am 12. Januar 2015 fand in Suhl die erste Montagsdemo statt. Zeitgleich gingen in weiteren großen Städten, wie z.B. Dresden auch viele hundert bis einige tausend Menschen auf die Straße, um friedlich gegen eines Islamisierung ihres Heimatlandes zu demonstrieren. Als Islamisierung bezeichnet man die Einführung des Islams als vorherrschende Religion in zuvor
mehrheitlich nicht islamisch geprägten Regionen oder Ländern.

Ich habe viele Freunde, die nicht aus Deutschland stammten. Wir trinken zusammen Kaffee und plaudern friedlich. Ich höre gern die Geschichten über ihre Länder und lache mit ihnen. Hier geht es nicht um Ausländerfeindlichkeit. Hier geht es um die Islamisierung Deutschlands. Das es z.B. in einigen Kindergärten und Schulen kein Schweinefleisch mehr gereicht werden darf u.v.m. Ich betone dies nur nochmal, weil viele denken, Pegida und deren Ableger sind gegen Ausländer und ich folglich auch, weil ich „das Programm“ von Pegida gut finde oder auf einer Demonstration von Sügida war. Pegida ist zum Beispiel auch für die Aufstockung der Mittel für die Polizei und GEGEN den Stellenabbau bei selbiger! (Punkt 7 im Positionspapier der Pegida). Ich denke, die Mehrzahl der Gegendemonstranten bei den Veranstaltungen kennt nicht mal das Positionspapier. Das ist traurige Realität, den anders kann ich es mir nicht erklären, was überhaupt einen Gegendemonstranten motiviert, als Gegendemonstrant aktiv zu sein??



Der Tag nach der ersten Demo in Suhl:

Sucht man in der Google Suchmaschine heute morgen nach Demonstrationen, die am 12.01.2015 stattgefunden haben, sieht man hauptsächlich Einträge von Gegendemonstrationen und Anti Pegida Hetzen. Die meisten Reportagen sind negativ über die Pegida formuliert. Einträge wie „Pegida wächst – doch der Widerstand deutlich mehr lassen“ den Leser den Anschein bekommen, das Pegida keine gute Sache ist, und man davon Abstand nehmen sollte.

Das gleiche Gefühl bekommen sicher die Leser (die kein Internet haben) der Zeitungen. Was die Lokale Presse berichtet hat und ob überhaupt, weiss ich nicht. Ich für meinen Teil habe es mir abgewöhnt, selbigen Glauben zu schenken, da oftmals sehr einseitig über die Dinge berichtet wird. (siehe Ukrainekrise etc.) Folglich besitze ich kein Abo`s über die regionalen Zeitungen und werde auch keine kaufen. Ich bilde mir lieber selbst meine Meinung und überzeuge mich vor Ort, wen möglich von den Geschehenen in der Welt.

Auf der Titelseite der Bildzeitung heute morgen stand nichts von irgendwelchen Demonstrationen. Der Bildzeitung waren die „ersten Gagen von Helene Fischer“ wichtiger, als das, was in Deutschland am 12.01.2015 passiert ist.

Aus Fairness erwähne ich, das die Bild auf der Titelseite das Problem „Radikale Islamisten in Deutschland – Darum ist die Polizei so machtlos!“ aufgegriffen hat. Aber dies reicht trotzdem nicht, das ich Geld für so eine Art von Medienerstattung ausgebe.

Ich finde, der Deutsche will heute morgen wissen,
was in seinem Land passiert ist und nicht wie viel Gage Helene Fischer erhalten hat oder ob die Deutschen am Telefon schwindeln??

So leicht frustriert, und noch immer in
Unkenntnis, was und wo welche Demonstrationen gestern von wie viel Menschen besucht worden sind, schaltete ich hoffnungsvoll auf die ARD und ZDF Nachrichten um.

Bei diesen Sendern wurden die Demos überhaupt nicht erwähnt. Gern hätte ich eine kurze Reportage gewünscht mit korrekten Teilnehmerzahlen, aber auch hier Unkenntnis und Desinteresse der Medien an den Dingen, die am Abend des 12.01.2015 in Deutschland passiert sind. Da ich auch noch arbeiten muss und nicht den ganzen Tag am Fernseher verbringen kann, schaltete ich aus. Im Hinterkopf drängt sich mir die Frage auf, warum ich eigentlich GEZ bezahle, wen nicht das im Fernsehen kommt, was mich interessiert. Und wen es mal kommt, dann einseitig und voreingenommen darüber berichtet wird. Apropos voreingenommen: Die Medien kritisieren ja auch, das die Demos unangebracht bezüglich des Anschlages in Paris am Montag durchgeführt worden sind. Dazu kann ich nur sagen, das auch Charlie-Hebdo sich nicht unterkriegen lässt. Morgen Mittwoch will das Satire Magazin auf dem Titelblatt eine Mohammed Karikatur abbilden. Wer und was will entscheiden ob die Demos unangebracht waren und zu welchem Zeitpunkt was stattfinden sollte?

Ich bin froh, gestern Abend in Suhl bei der Sügida dabei gewesen zu sein. Ich wollte mir selbst ein Bild machen, wovon immer so schlecht in den Medien berichtet wird. Ich wollte die Beweggründe wissen, was uns Deutsche derzeit auf die Straße zieht und ich wollte die Demonstranten auf beiden Seiten mit eigenen Augen sehen und selber zählen.

 

Am 12.01.2015 bei der Sügida in Suhl, ich war dabei:

Als wir in der Innenstadt (Nähe Kino) ankamen, sah man schon von weiterem eine Gruppe, ich schätze sie mal auf 100 Personen, die fröhliche bei lustiger Musik (hörte sich wie Karneval an) und bunten Lichtern tanzte und frohen Mutes war. Dies waren die Gegendemonstranten, sagte man mir. Die Stelle mutete nach Party an und lockte durch die bunten Lichter und der Musik so sicher manchen Schaulustigen an.

Aber wir wollten weiter zur Sügida, die auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus stattfand. Hier hatte sich 18.30 Uhr schon eine beträchtliche Menschenmenge gebildet. Keine Musik, keine bunten Lichter, einfach
nur eine Ansammlung von Menschen, mit einem provisorischen Rednerpult an den Treppen des alten Rathauses.

 

Diese Menge war wesentlich mehr als die Gegendemonstranten. Bis es 19.00 Uhr zur Ansprache kam, kamen hier geschätzte 800-1000 Menschen zusammen, die der Sügida beiwohnten.

 

Gute bewacht von einer Schar von Polizisten, die sich wachsam am Rande aufgestellt hatten. Die Menschen waren friedlich, sprachen freundlich miteinander und man kam schnell in Kontakt. Vertreten waren alle Altersklassen. Vom Kind, was auf den Schultern eines Vaters getragen wurde, bis zu alten Leuten, die aufmerksam zuhörten.

Sogar eine Gruppe aus Coburg mit 30 Menschen war angereist nach Suhl. Rechtsradikale sah und hörte ich keine. Männer mit Kurzhaarfrisur waren freilich da, aber da gleich Schlüsse zu ziehen, wäre
unangebracht. Kein Mensch rief etwas rassistisches!!! Das Gefühl der Zusammengehörigkeit war gut. Man fühlte sich hier sicher und verstanden. Wen der Chor von 800-1000 Menschen laut rief „Wir sind ein Volk“ überkam einen eine
Gänsehaut. Die Ansprache begann und man informierte über die Auflagen: Zum Beispiel kein Alkohol, friedliches Miteinander, das den Ordnern und der Polizei folge zu leisten und das man sich noch provozieren lassen sollte. Ja das wurde
noch wichtig, wie ich kurze Zeit später feststelle. Den eine Schar von Gegendemonstranten gesellte sich jetzt zu der Sügida, getrennt von der Polizei und rief immerzu störende Parolen und hielt Plakate hoch. Die gerufenen Parolen
hörte man im Laufe der ganzen Demo von den Gegendemonstranten immer wieder. Für mich waren sie aber nicht aussagekräftig und teilweise völlig sinnlos. So riefen die Gegendemonstranten zum Beispiel: „Nie wieder Deutschland“ und
„Nationalismus, raus aus dem Lande“. Unter den Rufenden waren deutsche, soweit ich erkennen konnte, sogar sehr viele, meist jüngere. Der Zug der Sügida setzte sich nach der Ansprache der Redner in Bewegung und kam wenig später schon wieder zum stehen. Sitzblockade der Gegendemonstranten. 30 Menschen saßen in der Suhler Innenstadt, einem friedlichen Zug störend im Weg. Die Polizei hatte beide Gruppen weit voneinander getrennt und redete auf die Gegendemonstranten ein, den Weg freizuräumen. 40 Min später saßen die allerdings immer noch da. Der Sügida Trupp, noch immer stehend rief Parolen wie „Räumt den Weg, wir müssen auf die Arbeit“. (so ganz Unrecht hatten sie ja auch nicht) und die Gegendemonstranten riefen meist Beschimpfungen wie „Rassisten“ oder andere Dinge zurück. Der Druck wuchs, die Polizei schaffte es nicht, die Gegendemonstranten zeitnah zum aufgeben zu bewegen. Ich möchte mir garnicht vorstellen, was die mit der Sügida bei so einer Entgleisung gemacht hätten. Ein Nebenmann, der Erfahrung in Demos hatte, sprach von Wasserverwerfen und das die Polizisten viele Mittel hätte, um solche Konflikte zu lösen/aufzulösen. Nach einer geschätzten Stunde ging der Zug endlich weiter. Die Route war nun merklich abgekürzt worden und man stand wieder auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus. Hier erfolgte dann nochmal eine Rede und man legte eine Gedenkminute für die Opfer in Frankreich ein. Dazu spielte ein Mann auf einer Trompete.

 

Mein Fazit: Die Sügida Demonstration verlief friedlich. Aber das andauernde provozieren der Gegendemonstranten, die in kleinen Grüppchen überall am Rande unseres friedlichen Zuges postiert waren, war schrecklich Provokant und sehr störend. Ich kann es gut verstehen, wen es irgendwann man zu Ausschreitungen kommt. Sich als Rassist, Faschist und anders beleidigen zu lassen, wird nicht jeder hinnehmen. Dann allerdings freut sich die Presse und kann wieder etwas negatives über Pegida berichten. Wen die Politik jetzt nicht reagiert, weiterhin die Pegida ins negative zieht oder nicht ernst nimmt, sehe ich sehr schwarz für die Zukunft. Ich werde auf alle Fälle wieder teilnehmen und versuchen, jemanden mitzubringen!